Black Press - Online Magazin

Interview mit Wolfram Kellner, J.B.O

Black Press: Heute feiert Ihr 15 Jahre J.B.O, das Festival und habt ein neues Album am Start. Es ist auch kein Ende in Sicht. Wie steht es um Eure Kreativität, seht Ihr selber noch Potential, weiterzumachen?

Wolfram: Also uns fällt immer genug Scheiße ein (lacht). Es ist immer Arbeit, vor allem den Schwachsinn zu kanalisieren, in den Schaffensperioden, die wir uns abstecken und diesen gut zu machen. Und alles machen wir ja auch nicht. Also in der Schaffensphase fallen auch immer mal wieder ein paar Ideen raus. Aber kurzum, Sorgen hab ich da keine.

Black Press: Nun zu dem Tag heute. Wie kommt man auf so illustre Gäste? Der Götz Widmann war ja mit Euch auf Tour. Sind die anderen Bands befreundet oder lernt man sich auf Gigs im Ausland kennen?

Wolfram: Die Stampers sind mehr oder weniger Austauschfreunde aus Frankreich, mit denen wir praktisch eine Austauschgeschichte durchziehen. Und die Norweger haben wir ja in Nürnberg gesehen. Die fanden wir so geil, dass wir sie direkt mitgenommen haben. Wen haben wir dann noch? Ja, bei QL war's genau so. Letzten Endes sind das alles Bands, die wir auf der Straße getroffen haben, cool fanden und mitgenommen haben. So ist  das eigentlich unsere Politik, Vorbands zu aquireren. Ab und zu kommt auch mal eine Plattenfirma, ich meine eigentlich kommen sehr oft Plattenfirmen an und wollen uns mal deren Vorbands vorstellen. Das ist auch nicht alles Schrott, aber meistens ist es dieser zufällige Moment. Der ist meistens noch cooler. Wenn es einen berührt und du denkst, hey das ist ja Wahnsinn.

Black Press: Dieses Gefühl auf Anhieb?

Wolfram: Ja ja, und nicht dann nach dem Motto: Hier ist unsere Platte, das sind unsere Photos, sondern man sieht die Band gleich live. Das ist immer die geilste Art und Weise ne Band abzuchecken Und deswegen haben wir auch immer gute Gäste (lacht).

Black Press: Okay, dann hab ich eine mehr persönliche Frage an Dich. Was haben Euere Eltern in Eurer Erziehung anders gemacht, als bei anderen Jungs, so dass ihr die Welt Zeit Eures Bestehens bzw. Lebens mit Blödsinn versorgt habt, versorgt und versorgen werdet?

Wolfram: (grinst) Das ist ne gute Frage. Also ... (zögert, schmunzelt dann erstmal). Also erstmal glaube ich, dass es in Franken grundsätzliche eine ... (wiederum eine Pause) es ist immer schwierig, Erfolg oder überhaupt sowas zu erklären, denn das ist schon fast eine verkappte Form der Frage: Warum seid ihr eigentlich so erfolgreich? Ich glaube in Franken wird Humor irgendwie anders ... (sucht nach Worten) da hat man nen anderen Umgang damit. Auch mit dem peinlichen Humor, also den andere fr peinlich befinden und was sie nie machen würden. Als Vito und Hannes damals angefangen haben, war die Dreistigkeit da, blöde Scheiße einfach durchzuziehen, die sich andere nur gedacht haben und sich nicht getraut haben, das zu machen. Das ist es eigentlich gewesen. Und das Ganze ist dann mit der Zeit natürlich facettenreicher geworden, is ganz klar. Was die Eltern anders gemacht haben? In meinem Fall war das so, dass ich Klavier lernen musste. Ich spiel nun eben nicht mehr Klavier sondern Schlagzeug in einer Bl÷delband.

Black Press: Wird es zum neuen Album "United States of Blöedsinn" eine ausgedehnte Tour trotz dieses großen Festivals geben?

Wolfram: Ja klar. Also ein Festival wäre in wenig arm (lacht). Ja klar machen wir im Herbst eine Tour, die geht am ersten Oktober los und hört irgendwann im November auf. Wird durch ganz Deutschland gehen. Nächstes Jahr geht's dann auch wieder in die Schweiz, Osterreich und Benelux, so die alten Geschichten. Ja und dann werden wir weitersehen.

Black Press: Kommen wir zur letzten Frage. Nachdem JUSTICE in einem anderen Interview meinten, sie möchten die ganze Welt erobern, möchte ich nun von Euch als die andere große fränkische Band wissen, was euer großes Ziel ist?

Wolfram: Ja wir wollen schon auch auf jeden Fall die Welt zum wahren Blödsinn bekehren und "United States of Blöedsinn" hat ja auch so ein bisschen diese Internationalisierung des Blödsinns, muss auf jeden Fall fortgeschritten werden, deshalb ja auch die Schreibweise, die alle internationalen Verständlichkeiten so abdeckt .Das wir auch das Hauptaugenmerk sein. Darum auch die ganzen ausländischen Gäste die wir haben. Also wir werden einfach unsere Arme ausstrecken.

Black Press: Noch eine Frage. Wie stellt man sich bei Euch einen Songwriting-Prozess vor? Setzt Ihr Euch alle zusammen und die Ideen kommen aus dem Nichts?

Wolfram: Ja entweder so, oder man fängt halt an und hat dann so ein Ball-Zugespiele. Mal macht das nur einer, entwickelt das Konzept von irgend einem blödsinnigen Szenario oder es passiert eben in so einem Ping-Pong-Verfahren. Es geht ringsum und dann ist der Song fertig. Oder... (zögert) es gibt so viele Arten, wie bei uns ein Song entsteht.

Black Press: Dann gebe ich dir das Wort zum Gruß an die Fans und unsere Leser.

Wolfram: Ja, bleibt rosa und uns treu und "United States of Blöedsinn rulesö

Black Press: Alles klar, vielen Dank!

Wolfram: Bitteschön.

Interview: Daniel