Black Press - Online Magazin

Nekropolis, 29.04.05, Klubicko, As, CZ

Eine Schweizer Band in einem Kaff in der Nähe der deutsch-tschechischen Grenze, in einem agemütlichen Club - eine interessante Konstellation.

Ich bekam noch zum letzten Song der ersten Band zu hören; den SEM-HA-MFORAS, die einen ganz anhörlichen Grindcore-Mix spielten.
nekro1klein02
NEKROPOLIS wurde von dem überwiegend einheimischen Publikum nach dem zweiten Song gut aufgenommen, einige Jungs und Mädels gingen gut ab zu dem Black/Death-Mix, der sehr souverän vorgetragen wurde. Die Schweizer spielten hauptsächlich Songs der neuen Scheibe, welche sehr gut ankamen. Marcel und Co. sind wirklich schon auf einem technisch hohen Niveau, nach nur zwei Demos und der Debüt-Scheibe „The Perversion of Humanity".

Marc brüllte in die Menge: „Do you understand me?" Die Menge antwortete lautstark. Das Wechselspiel zwischen den beiden Sängern Marc und Reto kam sehr gut in den Songs zur Geltung und ist auf jeden Fall gut gewählt. Reto selbst ist zudem ein brutal schneller Bassist und auch Marcel spielt sehr gut an der Gitarre. Marc fragte dann, ob die Menge denn Death kenne? Komischerweise kamen darauf nur verhaltene Reaktionen. Aber die Band begann ein Death-Cover mit Marcs Kommentar: „In memory of Chuck". Thies machte an den Drums sehr gut Dampf und bildet mit Reto eine solide, perfekte Groove-Basis. David, der zweite Gitarrist agiert auch sehr exzellent an seinem Instrument. Und Beni entlockt seinem Keyboard tatsächlich genau die sphärischen Sounds, die die Band in ihrer Biografie beschreibt. Dies alles macht den Sound von NEKROPOLIS zu einem sehr guten Ganzen.

nekro6klein03Die Leute versuchten sich im Crowdsurfen, was afugrund des kleinen Rahmens sehr schwankend von sich ging und zum Sturz einer Monitor-Box führte. Das tat aber keinen Abbruch, denn die war schnell wieder aufgestellt. Nach dem sechsten oder siebten Song war dann der Raum vor der Bühne richtig gut gefüllt und die Konzertbesucher gingen voll zum Sound der NEKRO's ab. Richtig gut anzusehen, dass auch die Tschechen metalhungrig sind.

Doch dann hatte David Probleme mit seinem Amp auf der Bühne. Aus war's kurzfristig mit dem Sound. Ein weiteres Problem ließ nicht lange auf sich warten, denn Marc hatte bei seiner folgenden Ansage richtige Schwierigkeiten mit dem Wort „fun" dass er erst bei seinen Kollegen erfragen musste. Möglich, dass dies die Nervosität war, die bei der ersten Europatour auf jeden Fall vorhanden gewesen sein dürfte. Nach dieser Unsicherheit ging es gewohnt weiter. Der Gig neigte langsam seinem Ende.

Fazit:

Die Band steht noch weiteren musikalischen Taten, die man auf jeden Fall verfolgen sollte. Und Konzerte können in der tschechischen Republik ungemein unterhaltsam sein.

Ich verbrachte noch lange Zeit in dem Club, sah mir die deutschen IMMURED an, die deftigen Death'n'Roll boten und danach den Headliner ONANIZER - ein übelster Mix aus übelst heftigem Grindcore und ultrafettem Death Metal. Auch nicht schlecht, was die Jungs boten. Und dann fiel mir etwas auf, was ich so bisher noch nicht erlebt hatte. Der Kerl am Einlass mit seinen Rastas steckte in Anzug und Krawatte und stand nun als Grunzer der Headliner auf der Bühne. Cooles Land, wirklich.

Was allerdings an unserem Nachbarland nicht mehr so cool war, ist die Tatsache, das der gesamte Tourbus von NEKROPOLIS mitsamt dem kompletten Equipment ein paar Tage später am helllichten Tag in Brünn geklaut wurde. Deshalb kam es zu einer vorläufigen Unterbrechung der Tour. Wir hoffen in nächster Zeit Neuigkeiten von den Jungs mitzubekommen. Am besten checken alle Interessierten die Band-Homepage www.nekropolis.ch regelmäßig für Neuigkeiten. df

nekro11klein