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Laut den Ausschreibungen sollten an diesem Tag RAGE als erste Band beginnen, um dann HELLOWEEN als Hauptact auf die Bühne zu lassen. Das Power/Melodic Metal Spektakel sollte um 20 Uhr eröffnet werden.
Als ich gegen 19.45 am Einlass stand, hörte man auch schon eine Band spielen. In der Halle angekommen, wurde klar, dass doch noch eine Band vor RAGE spielte, MOB RULES. Von dem schnellen, melodischen Power Metal der Band bekam ich noch zwei Songs mit. “In the Land of Wind and Rain” und “The Rain Song”. Schade um die Verspätung, denn der Stil der Band wusste zu gefallen und passte absolut ins Billing.
Nach einer kurzen Umbauphase ging es dann auch schon los. Mike Terrana betrat die Bühne unter lautem Jubel, nahm hinter seinem riesigen Drumkit Platz und begrüßte die Menge mit den Worten: ”Guten Abend Stuttgart. It’s time to rock. Are you ready to feel the power of RAGE?” “War of Worlds” läutete den kraftvollen Auftritt ein und der Song kracht richtig. Dann wurde ein zweiter Song der neuen Platte angestimmt. “The Greater Ones”. Sofort wurde mir klar, dass ich mir “The Soundchaser” schnellstens besorgen muss. RAGE kehren zum schnellen Power Metal ohne Umschweife zurück, den man noch auf “Ghosts” vermisste. Weiter ging's mit einem Medley aus “Sent by the Devil / Firestorm”.
Nach “You’re going down” wurde der Meute Victor von Peavy vorgestellt. ”Mr. Victor Smolski on the Guitar.” Die Tatsache, dass ihn alle anwesenden RAGE-Fans kannten, tat seinem folgenden Solo keinen Abbruch. Wieder einmal bewies er, wer der momentan filigranste Gitarrenspieler der Power Metal Szene ist. Gigantisch. Gleich weiter gerockt wurde mit “Soundchaser”, dem Titelsong der neuen Scheibe. Dieser Song weis durch einen gigantischen Refrain zu begeistern. ”Ein Song gegen all die Diktatoren dieser Welt”, so wurde von Peavy “Set this World on Fire” angekündigt. Hier sangen schon mehr Kehlen mit als noch bei den neuen Songs. Der bei RAGE bereits unumgängliche Solo-Teil wurde von Mike fortgesetzt, der nach den Worten: ”Mr. Mike Terrana on the Drums!” mit einem grandiosen Drum-Solo die Menge begeisterte und ”Terrana”-Gesänge heraufbeschwor. Man kam zum vorletzten Song dieses Abends, eines Klassikers der Band. “Don’t you fear the winter”. Peavy hatte das ganze Publikum von Anfang an im Griff und lies dieses bei diesem Song alleine singen. Genauso wie beim letzten Song und Höhepunkt des Abends: “Higher than the Sky”, die Bandhymne schlechthin. Ein etwa einstündiger, grandioser Auftritt. Drei geniale Musiker und eine Stimme voll Kraft. Diese hatte an diesem Abend nur einen kleinen, kaum merkbaren Aussetzer. Der geniale Gig wurde allerdings dadurch nicht schlechter.
Eine weitere Umbauphase läutete den letzten Teil und somit den Headliner des Abends ein: HELLOWEEN.
Die Jungs kamen auf die Bühne und begannen sofort mit “Starlight”. Bei “Keeper of the Seven Keys” lies Andi das Publikum mitsingen. Die Leistungen der Leute beurteilte er mit, ich nenne es mal, einem Penisvergleich. Er mimte diesen mit seinem Finger. ”Von einer Skala von hier nach hier”, er bewegte seinen Finger von unten nach oben, ”seid ihr hier.” Er lies den Finger im unteren Bereich. Die Lacher hatte er auf seiner Seite und die Leute voll im Griff. Das Mitsing-Spiel wurde wiederholt, bis Andis ”Glied” die volle Größe erreicht hatte. Weiter ging‘s mit einem Klassiker, “Future World”. Die Halle kochte. Den nächsten Song begann Andi mit einer Anekdote aus der England-Tour. ”Die Leute haben mir erst nachher gesagt, dass die Ansage völliger Mist ist. Die geht so: The next Song is about a bird, flying up there in the Sky!” Das Publikum war verdutzt, bis er die Pointe erklärte: ”Die Frage bleibt: Wo auch sonst?” Gelächter. “Eagle fly Free”, ein sehr schneller Speed Metal Kracher, bei dem der Refrain sofort ins Ohr geht. “Hey Lord” wurde vom überwiegend HELLOWEEN-TShirts tragenden Publikum euphorisch aufgenommen. Nun wurde ein Song angestimmt, der das Gaspedal völlig ausser Acht lies. “Forever and one”, eine sehr schöne Liebesballade. Andi stellte nun die Band vor. Es ging danach gleich weiter mit “Open your life”. Man merkte den Jungs ihre Spielfreude wirklich an. Kettenraucher und Gitarrist Weiki hatte, beinahe immer wenn man ihn sah, eine neue Kippe im Maul, spielte aber trotzdem coole Soli. “Dr. Stein” setzte das Set, welches über zwei Stunden gehen sollte, fort.
“If I could fly” vom vorletzten Album war dem Publikum auch wohlbekannt. Sascha, der zweite Gitarrist, hatte sich nach dem Ausstieg von FREEDOM CALL die Haare nun zwar stutzen und färben lassen, aber Gitarre spielen kann der Mann. Von ihm war an diesem Abend auch ein Song, den Andi sogar extra im Zuge der Bandvorstellung ankündigte. Weitergemacht wurde mit “Back against the wall”. Der nächste Song, “Power”, war dies im wahrsten Sinne des Wortes. Diesen Song kündigte Andi auch mit einer kleinen Geschichte aus Spanien an. Diese standen bei dem Song anscheinend alle Kopf. “Soul Surviver” hat einen sehr eingängigen Refrain. Gefolgt wurde diese Hymne von “I can’t”. “When the rain falls” beschloss den offiziellen Teil des Sets. Wie schon erwähnt haben die Jungs sehr großen Spass, auf der Bühne zu stehen. Markus, Weiki und Sascha wechselten ständig ihre Positionen und Andi hatte stets ein Grinsen im Gesicht. Ein Lied wurde von Weiki sogar auf einem Boxenturm sitzend, gespielt. Der Unterhaltungswert ist großartig. Andi bedankte sich zwischen den einzelnen Songs dafür, dass das LKA, trotz des Champion League Spiels des VfB Stuttgart gegen Athen, so gut besucht war. Es begann der Zugabenteil, der von einem sich gegenseitig aufstachelnden Gitarrenduell zwischen Weiki und Sascha unterbrochen wurde und Andi ungeduldig werden lies: Jungs macht hin, die Mädels warten. Nach gut 2 Stunden waren auch die nimmermüden Jungs von HELLOWEEN am Ende des Gigs angelangt. Die Audienz war nach einem großartigen Power Metal Abend sehr zufrieden, es wurde das ein oder andere Bier getrunken, bevor man sich dann auf die Heimreise (oder auch nicht) machte. df
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