Black Press - Online Magazin

Wacken Open Air 2004

cow kleinDas Wacken Open Air feierte seinen 15. Geburtstag. Klar das wir uns das nicht entgehen liessen und uns auf die doch recht weite Reise in den fast schon nördlichsten Norden der Republik machten, wo jeden August die Einheimischen von der langhaarigen Truppe überfallen werden. 40.000 Besucher dieses Jahr, aber die Wackener Einwohner sehen's wie immer gelassen. Nun dann, auf zum eigentlichen Festivalbetrieb.dachsargklein

Durch unsere sehr knapp geplante Ankunft konnten wir die erste Band des Donnerstags beim Zeltaufbau hören, waren aber zu MOTÖRHEAD auf dem Gelände. Und das englische Trio bot uns eine „Night to remember"! Mit Songs wie „Ace of Spades", „R.A.M.O.N.E.S." hatte man die Menge sofort im Griff und konnte gar nichts mehr falsch machen. motörhead2Und Lemmy's lallende Ansagen taten dem keinen Abbruch, im Gegenteil sie wirkten belustigend. Aber es war ein sehr genialer Auftritt der britischen Rock-Legende.

Was danach kommen sollte, enttäuschte mich doch sehr. Konnte ich einigen Songs auf Platte noch das Prädikat „Hey, geiler Song" abgewinnen, hielten die BÖHSEN ONKELZ diesen Status live nicht annähernd. Kevin ist nicht wirklich ein guter Sänger und über zweieinhalb Stunden wurde einem bewusst, wie eintönig dieses Schlagzeug gespielt wird. Schade, mehr erwartet hatte ich jedenfalls. So zogen wir uns vorzeitig zur Nachtruhe zurück, denn es sollten noch viele Bands folgen.


Freitags begannen dann gleich die deutschen PARAGON auf der True Stage. Sie brachten „Thunderstorm" dar. Die Band bot knackigen Power Metal der zu begeistern wusste. Es folgte ein Song „about something we all believe in": „Steelbound". Echt heavy wie Hölle. Und ein wirklich ansehnlicher Gig.

weinholdkleinWeiter mit WEINHOLD, die sich nach dem Nachnahmen ihrer Frontdame Jutta benannten, die auch keine Unbekannte sein dürfte. Allerdings lies sie Sprüche los, die im nüchternen Zustand nicht ganz nachvollziehbar waren, aber auf jeden Fall Klischee erfüllen. „Die Walküren haben mir gesagt, ich soll die heiligen Felder von Wacken grüßen", meinte sie da gesungen vorgetragen. „Rock of Metal" war dann einer der Songs, der das auf jeden Fall wieder wett machte. Gute Musik, schöne Stimme, cooler Auftritt.

Dann sollte es zum ersten Mal für den Berichtschreiber krachen an diesem Freitag, auf der Black Stage kündigte sich der Auftritt von ARCH ENEMY an. Eine Band die mir auf Platte unheimlich gefällt und, soviel sei gesagt, dies auch live halten konnte. Angela fragte zu Beginn sofort: „Seid ihr bereit für Arch Fucking Enemy?" Und sie legte mit Krachern der neusten Platte los, um später eine gute Mischung aus älterem Material einzubringen. „Ich möchte einen Moshpit sehen" kam sie dann gegen Mitte des Sets daher. Und das ein bischen Gewalt auch nicht schlecht sei, wie sie meinte, bekamen wir mit „Instinct" um die Ohren geknallt. Man muss an dieser Stelle, neben den natürlich überaus hochwertigen Fähigkeiten der Musiker, meiner Meinung nach die Grunzleistung dieser Blondine erwähnen, die sich live noch mehr zu entfalten scheinen als auf Platte. Des weiteren muss man sicher bei Fr. Gossow nicht wegschauen, wenn sie vor einem steht. Wohl ein weiterer Bonus bei männlichen Anhängern der Band. Eine kurze Dankesrede vernahm unser Ohr, bevor es mit „We will Rise", dem Hit des neuesten Output, weiterging. Ab un an hörte man die Double Bass doch sehr knackend daher kommen, ob vom Wind oder übersteuert war nicht zu erkennen. Ein geiler Auftritt einer wirklich genialen Band, denn die Gitarreros schütteln sich die wirklich melodischn Leads nur so aus dem Ärmel.

Die Party Stage wurde auch mal besichtigt an diesem Freitag. DIONYSUS rackerten dort auf dem Feld des klassischen Melodic Metal mit mächtig Dampf. Ich schnappte noch einen Song auf, vom zweiten Album, wie er sagte. „My heart is Dying" schoss aus den Boxen. Der gut gemachte Metal der Combo erinnerte mich streckenweise an die finnische Stratofortress um die beiden Timos. „Wir sind, wie der Name schon verraten mag, die griechischen Götter des Weins" trug zur Aufklärung in Mythologie bei. Mit einem schönen Mid-Tempo Song endete meine Audienz bei den Weingöttern und lies mich hinüber zur Black Stage wandern.

An diesem Freitag wurde es das erste Mal richtig böse und dunkel. Das dies mitten am Tag in der norddeutschen Hitze passierte, interessierte die Norweger MAYHEM und deren Anhänger nicht im Geringsten. Mit den obligatorischen Schweinsköpfen war die Bühne ausgestattet, einen davon hatte der Sänger gleich auf seinem klingonisch anmutenden Doppelmesser. Aber auch er selbst wollte bluten, tat sich eine Wunde am Finger mit dem Messer an und blutete dabei, wie für diese Szene ja hinlänglich bekannt, wie Schwein. Was aber bei den Fingern normal ist, denn ich hab so nen Schnitt auch schon unfreiwillig allerdings, hinter mir. Aber der Sound der Norweger walzte jegliche gute Laune in Grund und Boden und das war gut so. Uriger Black Metal, wie es sich gehört. Maniac kündigte den folgenden Mid-Tempo Brecher „By death" an: „ A place where you necessarely do not want to be" RICHTIG! Oder bei den Anhängern vielleicht falsch? Wer weis. „Let me hear you for an old song" meinte der Fronter, der immer wieder gerne mit seinen zu groß geratenen Küchenmessern flirtete. Und die Menge antwortete ihm lautstark. Pyros schossen in den Mittagshimmel und der Schweinskopf flog in die ersten Reihen, wo er wie ein Crowdsurfer nach hinten transportiert wurde. Die Jungs boten definitv einen ziemlich geilen Black Metal Gig, wenn auch das Gehabe des Fronters Maniac nicht immer jeden Geschmack trifft, was aber ihm und wohl den Fans scheissegal sein dürfte. Mir auch, wer es nicht mag, soll wegschauen.


Die Teutonen enterten die True Stage. 20 Jahre graben sie, und leise sind sie keine bisschen. Und bei bester Spiellaunde sind die Diggers auch immer noch. Gut so! „In the Dark of the Sun" krachte sofort los und kam an. Super Start. Aber gleich weiter mit „Excalibur", „Scotland United" und „Son of Evil". Eine saugeile Performance, die Bolle und Co ablieferten. Man wurde von dem Spass den sie auf der Bühne haben, richtiggehend angesteckt. diger11kleinDas ist nicht bei jeder Combo in diesem Bereich der Fall. Einer der Überhits sollte nun folgen. „Knights of the Cross" brachte die Meute zum endgültigen Ausrasten. Direkt weiter schlossen dann „The Round Table" und vom nicht so loyal aufgenommenen Album  „The Grave Digger" der Titelsong, sowie der nächste Überhit „Rebellion" bei dem der ganze Clan marschierte. Und wie! Die Stimmung war verdammt geil. Feuer rundete die Show zusätzlich ab. „Valhalla" tönte danach aus den Boxen und zum Schluss brach die True Stage unter „Heavy Metal Breakdown" zusammen. GRAVE DIGGER sind live ein wahrhaftiger Augenschmaus und immer wieder gern gesehen, wie man an den Reaktionen der Fans merken konnte. Super.

Dann wandten wir uns wieder der Party Stage an diesem Tag zu. Dort wartete der Strato-Alleingänger und neuerdings blondigen Timo KOTIPELTO mit einem wirklichen Highlight an melodischem Metal auf, der nicht ohne Grund an seine Hauptband, deren weitere Existenz zum Zeitpunkt des Auftrittes noch sehr fraglich war, erinnerte. Richtig melodiös wurde dann auch in die Vollen gegangen mit Songs wie „Your last Dance" oder „Evenings Fall" vom „Coldness" - Album. kotipelto24kleinDiese wurden von der Aufforderung „It's fucking hot, so I bet you to drink some beer" begleitet. Der Finne kam wohl in Anbetracht seiner heimatlichen Durchschnittstemperatur ins Schwitzen. Aber er führte souverän durchs Programm „The Crowd is always been fucking good, let me introduce to you on the drums: Mr. Mika Ramppinainen"  „Seas of Sorrow", und „Waiting for the Dawn", Titel Track des ersten Albums folgten. „Can you hear the sound" fragte uns der ausserordentlich sympathische Nordmann, der richtig gut drauf war heute, bevor er das Set mit „Snowbound" beendete.

DIO sahen wir uns von sehr weit hinten an. „Holy Diver" tönte unter vielen anderen aus den Boxen. Der allgemein hin als bester Heavy Metal Sänger bezeichnete kleine Mann fuhr eine tolle Show auf, vor allem lichttechnisch war es ziemlich cool. Musikalisch konnte man auch nichts in Frage stellen, trotz allem von uns nicht weiter beachtet, als das ich mich für DESTRUCTION bereit machte.

Und die legten auf der Black Stage mit „Mad Butcher" mal so richtig los. „Nailed to the Cross" wurde auch zum Besten gegeben. Die beiden Süddeutschen und der Berliner waren wieder einsame Klasse und bretterten ihren gnadenlosen Thrash-Metal in die Audienz. destruction2kleinSchmier fragte die deutschen Fans angesichts des internationalen Aufgebots, ob er englische Ansagen bringen darf. Dies wurde bejaht und von allen laut bejubelt. Das sei der Spirit des Heavy Metal, begesiterte sich der Hühne für die Toleranz unserer Szene. „Metal Discharge" knallte ebenso deftig wie das ganze Set. Man muss sagen, an den Jungs beissen sich sämtliche Kritiker die Zähne aus. Diese Band wird weiter bestehen, ebenso wie der Heavy Metal an sich. Super Auftritt.

ELÄKELÄISET auf einem Metal Festival, wo sie doch alle Metal- und Rockklassiker mit ihrer finnischen Humppa vermengten und auch die Texte verhumppaten, sozusagen. Geht das gut? Mal schauen. Los legten sie mit dem Korks aus „Wind of Change" und Humppa, kam schon mal sehr geil an, und nicht nur bei den besoffenen Metallern an diesem Abend. Weiter mit „Jump" von Van Halen und dem EUROPE'schen „Final Countdown". Ist schon interessant, wie sich die Klassiker nur mit Akkordeon und anderen humppatauglichen Instrumenten anhört. Auf jeden Fall kocht die Stimmung. „Smoke on the Water" schloss an, gefolgt von dem Kommentar „We're too old to play loud. Auch IRON MAIDEN's „Run to the Hills" und der QUEEN Smasher „We will rock you" mussten dran glauben. Aber es war ein wirklich lustiger Auftritt der Finnen, gerne mal wieder!


Dann war es soweit. DORO sollte in Begeleitung eines Orchesters auf die Bühne gehen. Die Symbiose aus feinstem Heavy Metal mit Frauenstimme und Klassik. Es klang hervorragend, wenn „I rule the ruins" auf Streicher und weitere Orchesterinstrumente trifft. Ebenso „Metal Tango". Es war einfach wahnsinn, man kann auf die erscheinende CD mit diesen Neuaufnahmen gespannt sein. Aber DORO hatte auch die angekündigten Gäste dabei, so sang sie mit dem Ex-Maiden Shouter BLAZE Bayley „The Trooper" und Chris Cafferey begleitete „Für Immer" auf der Akustischen. Ausserdem coverte die agile Rock-Dame „Breaking The Law" von JUDAS PRIEST. Absolut kultig, dieses Set. Gegen Schluss kam der Überhit der Band, „All We Are". Mann das war ein Abschluss dieses Freitages, wirklich sehr gut.

Der folgende Samstag begann mit den griechisch-deutsch-schwedischen MYSTIC PROPHECY. Deren verdammt fettes Set startete mit „Lords of Pain" und „Eternal Flame". Dieser Stil macht echt süchtig, knallharter, aber dennoch melodischer Power Metal. mystic prophecy10kleinLia begrüßte uns gleich darauf: „Seid ihr gut drauf?" Und alle vor der Party Stage waren es. Es folgte vom neuen Album der Titel „Burning Bridges". Er lässt wieder auf ein Meisterwerk hoffen. Diese Multi-Kulti-Truppe zeigte den Fans die ultimative Spielfreude. Wirklich cool, den Jungs zuzuschauen. „Leider haben wir heute schon die letzte Nummer für Euch" begann Lia sich von uns zu verabschieden. Er wollte aber noch einmal die Hände seiner Anhänger sehen. „Die Nummer ist „Mystic 'Fuckin' Prophecy". Spätestens dann (meiner Meinung schon weit vorher) hatt er die Leute voll im Griff. Geiler Auftritt. Die Jungs haben noch einiges vor sich.

Auf der Black Stage gaben sich daraufhin eine der wenigen echten Wikinger die Ehre. UNLEASHED knatterten mit „Hell's Unleashed" sofort ihren gigantischen Death Metal in die Menge. Der Refrain des folgenden Songs sagte alles: „Ice Cold Winterland", da kommen sie her und sind mitten im „Into Glory Ride", nicht zu verwechseln mit den True-Metal-Kriegern MANOWAR. Als man meinte, das Lied sei zu Ende, als Johnny „Thanks for coming today, cheerz" in den Mob röhrte und sein Trinkhorn zum Prost anhob, setzten sie wieder an mit dem Ritt in die Glorie. Falsch gedacht, nette Überraschung. Es folgte „Victims of War", welches mit „Unleashed"-Chören der Audienz quittiert wurde. Die Jungs hatten echt einen Super Set erwischt, der das Comeback mehr als rechtfertigte. „In the Name of God" und der Klassiker „Before the Cration of Time" beendeten das überdimensionale Set. Sweden is defenitely back!

Auf der gleichen Bühne schlitzten anschliessend die Kannibalen von CANNIBAL CORPSE. Und obligatorisch wurde eine allseits bekannter Song angekündigt. „The next song for the women here!" brüllte der Corpsegrinder, und wirklich jeder wusste was nun kommen sollte. „Fucked with a Knife" überrollte Wacken. Aber dem nicht genug, George fragte die Menge nach diesem fulminanten Kracher: „Are you ready for some blood? Louder! Make some noise!" Und sie taten es. „Unleashing the Bloodthirsty" Jawoll! Ein Blick in die „Gallery of Suicide" und man wusste, man war im Death-Metal-Königreich. Noch einen Blick ergattern konnten wir mit „Staring through the eyes of the Dead". Dann kam diese Todeswalze mit „Devoured by Vermin" (Kult) zum Stehen. Wahnsinn!

Aber weiter ging es dann mit Schwedens Todeswalze HYPCRISY, wobei der neue Drummer Horgh ja von den zu Grabe getragenen IMMORTAL und somit aus Norwegen kommt. „The Eraser's here to fuck your mind", diese Liedzeile aus dem gleichnamigen Song machten allen klar, dass da draussen noch was sein muss, das nicht nur in Peter's Kopf lebt. „The Final Chapter" mähte sich danach durch die Wackener Ebene. Ebenso „Roswell 47", das meine vorangegangene These bestätigen zu scheint. Mächtiger Auftritt eine livehaftigen Macht. Daumen nach oben.

Es war Spass angesagt, im Anschluss an Tod, Aliens und Verderben. HELLOWEEN spielten dann einen, nach Andi's Ankündigung, kurzen Song, der so ungefähr 16 Minuten lang sei. Und zwar ist das „The Keeper of the Seven Keys", bei welchem zum Refrain die Pyros knallten. Weiter mit „Dr. Stein", dann kam auch der im Vorfeld angekündigte Special Guest und zwar kein geringerer als der Strahlemann-Zwerg Kai Hansen der mit den Jungens den Klassiker „Future World" zockte. Cooler Gimmick und schöner Auftritt.

saxon10kleinSAXON hatten ihr 25-jähriges, und das wurde gebührend gefeiert. „Heavy Metal Thunder" eröffnete den Reigen. „Saxon War" wurde dargebracht. Und Biff meinte, dass es verdammt cool sei, das 43.000 Leute heute abend hier seien und mit ihnen feiern. Der sympathische Brite hatte die Meute sofort im Griff, viele Klassiker neben „Solid Ball Of Rock" kamen zum Zuge. Es war wirklich eine grandiose Show was Licht, Sound und Band angingen. Bei diesem Gig verletzte sich Biff bei einem Sprung am Rücken, so dass ein in den folgenden Wochen anstehender Festivalauftritt gecancelt werden muss. Aber die Wackenheadz sahen eine grandiose Show.

SCHANDMAUL kamen, und damit zog es uns wieder vor die Party Stage. Die Band war gut drauf, und dies übertrug sich auch gleich auf die Menge vor der Bühne. „Drachentöter" und „Sichelmond" waren der Start in ein Mittelalter-Rock-Spektakel einer sehr guten, jungen Band, die noch einiges vor sich hat. Thomas organisierte Hüpfspiele und Meereswellen vor der Bühne, denen die Fans gehorsam folgten. Das sah von unserem Hügel wirklich super aus. „Vogelfrei" war dann an der Reihe, auf welches „Seemansgrab" und „Die kalten Spuren" folgten. Die Münchner sind auf dem Weg an die Spitze in ihrem Genre.

Franken in Norddeutschland, jo mei! Die Spass-Barden von J.B.O. enterten die True Stage und wurden furios empfangen. Die „Verteidiger des Blödsinns" grölten jede einzelne Zeile mit. Stark. „Walk wit an Erection" beschrieb die Probleme im Freibad, sobald man eine 9er Frau erblickt. „Kuschelmetal" war nicht wirklich zum Ausüben desselben gedacht, aber ne gute Idee. Und wenn der Ruf im Eimer ist, dann kommt „Arschloch und Spass dabei" als Soundtrack genau richtig. Das „Lied der Schlümpfe" war noch etwas gediegener als das folgende „Gänseblümchen", welches als Single aus dem neuen Album erscheinen wird. Der Thrash-Hammer schlecht hin, wahnsinnig energievoll und brutal.

Als Abschluss unsereits auf der Black Stage, während SCHANDMAUL die Party Stage beackerten, gaben sich SATYRICON die Ehre, soweit nicht ungewöhnlich. Eine sehr gute Black Metal Band auf einem sehr guten Festival. Doch man wusste als Schwarzkittel schon weit im Vorfeld, dass einer der führenden Köpfe der norwegischen Black Metal Szene, NOCTURNO CULTO von DARKTHRONE auf die Bühne kommen und mit den Jungs einige DARKTHRONE Klassiker schmettern soll. Dafür das DARKTHRONE seid '96 nicht mehr live dagewesen sind, ein echter Kult-Abend. Satyr, Frost und Co. machten ihre Sache wirklich gut. „Night of the Triumphator" ist ein guter, rotziger Song, bei dem man mitgehen muss.satyricon5klein „Filthgrinder" war fies, aber sowas von. Dunkel! Nach ungefähr einer halben Stunde beendeten die Jungs das Set für eine Umbauphase. Es wurden Holzkreuze installiert und in Brand gesteckt, als wollte man jemanden beschwören. Und dann kam er, Nocturno Culto stapfte auf die Bühne. Wie der Waldschrat kam er daher, seit Jahren keine Zivilisation mehr gesehen, könnte man meinen, dezent weisses Corpsepaint aufgelegt. „Hordes of Nebulah" kreischte in den Wackener Nachthimmer, richtig geil. Es rumpelte wie auf den Platten, urwüchsig und roh, norwegische Black Metal in Reinkultur. Oft werde ich ja in meinem Bekanntenkreis von Unwissenden oder Soundfetischisten belächelt, wenn ich „Transylvanian Hunger" auflege. Aber das ist das Wahre eines jeden schwarzen Herzens, die Essenz der Nacht. Und er kam, der „Transilvanian Hunger", so pur, so kalt. Aber nicht ohne einen kürzlich Verstorbenen zu würdigen. „Let's dedicade this evening to QUORTHON and BATHORY. Die Menge jubelte. Dieser Auftritt einer bereits jetzt lebenden Legende war der würdige Abschluss diese wirklich genialen Festivals. Man würde ihn glatt nochmal anschauen, den Norweger. Es sollte aber noch einen Song geben.  Nocturno Culto schnallte sich eine Axt um die Schultern und zockte den Klassiker seiner Kumpels, „Mother North"

Fazit: Es war ein sehr gelungenes Festival, man wurde wirklich gut über Änderungen informiert (LED-Laufschriften zwischen den Bühnen und so weiter). Es herrschte angenehme Atmosphäre, man zahlte auch gerne 0,50 € fürs wassergespülte Klo und 2,50 € für eiskalte Duschen, dann war man wenigstens wach. Mann kann an diesem Festival eigentlich nicht aussetzen, und es hat wirklich den Status bei den Metalheads verdient, den es sich über all die Jahre erarbeitet hat. Wacken, Holger, Jens, weiter so. Dann sehen wir uns wieder 2005! Bis dann. Wir freuen uns.