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Am malerisch gelegenen Dechsendorfer „Weiher" nahe Erlangen war die Bühne für diese Spass-Spektakel aufgebaut. Denn J.B.O riefen zum 15-jährigen Jubiläum, und eine Menge Fans kamen. Nun, da wir 2 Bands verpassten, aufgrund der nicht vorhandenen Ortskenntnisse, sollte für uns auch das Festival beginnen, das unter dem Motto „Dreißig Halbe" stand.
Die Norweger mit dem unaussprechlichen Namen NULLSKATTESNYLTERNE legten mit einer Frage los: „Do you know us?" We are Nullskattesnylterne. We are ... „ und ab diesem Satz konnten einige in der Menge den Namen tatsächlich gen Bühne brüllen. Weiter ging's den Worten „Happy Birthday J.B.O", und zwar mit norwegischem Punkrock, der definitiv Spaß machte. „The Drummer is called Lodda" meinte der Sänger der Buben. Der folgende Titel trug den Namen „Come in ya". The next song ist about mein Vater, it's called 'Scheweinehund'" brachte er in seinem gebrochenen Englisch-Deutsch heraus. „Er forderte die Menge mit den Worten „Erlangen" und „J.B.O" zum mitmachen bei seiner schweißtreibenden Show auf. Mit dem Musikstil trafen die spaßigen Norweger genau ins Herz der Joke-gewohnten J.B.O - Fans und wurden dementsprechend auch beklatscht. „We're going to play in Nuremberg in 14 days. Come there. It's gonna be the same thing, but other, maybe I'm gonna sweat a little more" meinte der Fronter dann gegen Schluss. Es war ein wirklich schön anzuschauender Auftritt, der sehr viel Spaß übermittelte.
Dann begann der Mann mit seinen sehr direkten und gerade deshalb spaßigen Songs, der die 4 Franken schon mal auf Tour begleitete. GÖTZ WIDMANN, der von Veit sehr ausgiebig angekündigt wurde... Er komme aus Bonn, versicherte er der Menge, doch die wollten sowieso nur seine genialen Texte über Politik und die Sorgen des allgemeinen Alltages hören, mit welchem er auch gleich begann. „Politiker beim Ficken", ein sehr schöner Song über das, was man tun sollte, wenn mal wieder richtig der Tag vermiest wurde. Denn das sei eine reine Belustigung. (Bei weiterem Nachdenken erhält Götz meine volle Zustimmung, Anm. d. A.) Es war schon ein Bild für die Götter. Da saß er nun, der Götz, alleine auf einer Bierbank, bewaffnet mit Brille und Gitarre, mitten auf einer großen Bühne und um ihn rum sollten nur Punkrock- und eine Blödel-Metal-Band spielen. Doch er machte seine Sache mit der Akustik-Gitarre wunderbar. Weiter mit „Tach Chef" Während der Singer-Songwriter seine Liedchen spielte, flog über das Gelände ein Helikopter, indem Hannes saß und dem man nach vorheriger Ankündigung durch Vito C. kräftig zuwinken solle. Gern kamen die Fans dem Wunsch nach, und Hannes winkte zurück. Das unterbrach sogar Götz in seinem Spiel. Dann forderte er mehr Sound für seine Gitarre und Vito kommentierte das Ganze mit dem Satz „Das hier ist die einzig wahre Heavy Metal Akustik Gitarre" und zeigte auf Götzens Instrument.
Voller Stolz kündigte nun Hannes die Erlanger Kult-Punker DIE SUICIDES an. Mit denen sei er aufgewachsen und seine ersten Räusche erlebt. Und es kam wirklicher Drei-Akkorde-Punk, der aber trotzdem die Menge begeisterte. Nicht wirklich was für den Schreiber dieser Worte, aber immer noch um Millionen Zellen sinnvoller als vieles in den Charts, und auch origineller. Es gab auch viel Zwischenspiel nachdem die Ankündigung eines alten Hasen vollzogen war. Damit hätte man sparen können, meine Herren. Der Song nannte sich „Lass dich nicht unterkriegen!" Ende.
Schweizer mit Mundartrock auf einer fränkischen Bühne? Es sollte funktionieren. QL sind alte Freunde von J.B.O. Sie wurden von Hannes angekündigt. Auch habe man mit ihnen das ein oder andere Bier auf Tour gehoben. Es folgte schneller Punkrock, mit Mundart Texten auf Schwyzerdytsch. Das war zwar schwer bis gar nicht zu verstehen, aber es machte mächtig Spaß, wie eigentlich alles bisher hier. „Den nächsten Song müsstet ihr verstehen, ist sowieso hochdeutsch." Lachen ertönte. „J.B.O feiern 15, die einen singen Happy Birthday, andere machen anderes, wir singen halt einen Song von J.B.O. Der Urs wird übernehmen, aber auf Schwyzerdytsch. Vielleicht erkennt ihr den Song ja und könnt sogar mitsingen?" Der Dialekt in den Ansagen war der Hammer! Es folgte nun „Ein guter Tag zum Sterben" im schweizerdeutschen Dialekt. Als die Fans das erkannten, flippten sie völlig aus. Natürlich auch um einiges schneller gespielt als die Originalversion. Die Jungs von Ql waren richtige Stimmungsgranaten, im wahrsten Sinne des Wortes, an jeder Ecke explodierte ein weiterer Gag. Nach dieser Hommage an die vier Rosa Buben kam Hannes auf die Bühne und umarmte kniend jeden einzelnen der Schweizer bzw. deren Beine. „Moment Deutschland, in der Schweiz heißt es immer, in Deutschland geht die Post ab. Party bis zum Umfallen. Wir wollen nicht in die Schweiz gehen und sagen: Die dort sind genauso lahm. Aber ihr habt eine 2. Chance verdient, so sind wir!" Damit forderte der Sänger das Publikum auf, mehr zu einem Song abzugehen, nachdem die das wohl nicht nach seinen Vorstellungen getan haben. Der Refrain sprach dann für sich, den ich hier zum Teil zitiere: „Sun, Fun, nothing to do, only you my Schatz and a Luftmatratz." Der Sänger fuhr nach diesem Lied fort. „Nun werdet ihr was zu sehen bekommen, das ihr in Deutschland noch nie gesehen habt. Die Gitarristen spielen zusammen ein Solo". Jubel brach aus. „Ihr seid ja leicht zu begeistern." Die beiden spielten das Solo, in dem sie die Saiten des anderen zupften (!) Dann wurde das Ganze im Dreieck zelebriert, mit Pät (dem Bassisten). Es war einfach überwältigend, wie das alles dazu noch nach Musik klang. Es folgte der letzte Titel dieses Abend. „um diesen zu beginnen muss ich Euch einen blasen." Fordert das Publikum zur Reaktion auf. „Euch einen blasen!" Damit meinte er aber eine Alphornimitation, die er dann vollführte. Es klang wie in den Bergen. Schweinecooler Auftritt.
Die Meister der Musik legten nach einer Pause dann endlich los. Und zwar mit dem perfekten Einstieg „Ein Fest", den die Meute sofort mitgrölte. Es wurde gefragt wer denn aus Erlangen kommt und wer von weiter ange reist ist? Direkt weiter mit „Mir stadd'n etz die Feier" Hannes meinte dann „Wir sind ja die mitteleuropäisch wichtigste Politik-Protest-Band." Darauf erhielt er Gelächter. „Ich will Lärm" knallte durch die Nacht und wurde wiederum mitgegrölt. „Im Verkehr" und „Ich sag JB.., ihr sagt O" schlossen sich an. Hannes hatte sich eine Sonnenbrille aufgesetzt. Man holte Cherie auf die Bühne und performte „Girls, Girls, Girls" „Wir haben heute ein Lied, das wir eben noch geschrieben haben, heute bevor das hier losging" kündigte Vito einen Song an. „Wir wurden von folgender Szene inspiriert: Jemand grillte hier am Weiher und der Rauch zog übers Wasser vom Dechsi (so wird der See von den Anwohnern liebevoll genannt)" Tatsächlich hieß der Song auch dann „Rauch aufm Wasser" und klang verdammt nach Deep Purples im Englischen gleichlautendem Titel. Man holte einen dicken Opernsänger auf die Bühne. Mit Luciano donnerten die Jungs dann „Roots, Bloody Roots" „Nun kommt ein romantischer Song, das ist die erste Auskoppelung aus unserem neuen Album. Und eine Single muss ja radiotauglich sein. „Ich pflück dir Gänseblümchen" bretterte mit Kitsch-Text aber Brachial-Metal-Riffs durch die Menge. Anschließend kam man sich vor wie auf einer katholischen Messe und Vito mimte den Priester. Das „Glaubensbekenntnis an den Rock" zitiert ziemlich dreist allerlei katholische Kirchengesänge. Macht Spaß, das! Als ein alter bekannter, der mal wieder Bock auf ne Session hatte wurde Holmer angekündigt und von den Fans frenetisch empfangen. Nachdem er bei Kuschl-Mettl" noch Wolframs Schlagzeug allein beklopfte, wurde vor „Mei Alde is im Playboy drin" ein weiteres Drumkit auf die Bühne geschoben. Damit zockten sich dann Wolfram und Holmer gemeinsam durch den Song. Synchron. Geil! Die „Verteidiger des wahren Blödsinns" wurden beschworen. Einen Aushilfsgitarrist bat man auf die Bühne. Er war es, der unter anderem den Auftritt beim Summer Breeze Open Air 2003 rettete, da Vito aufgrund einer verletzten Hand nicht spielen konnte. „Das ist der Hans" Sprechchöre entgegneten ihm. „Hans-Verteidiger" Nach dem unentbehrlichen „Ein guter Tag zum Sterben" verabschiedete sich die Band. Aber das konnte noch nicht alles sein. Sie enterten die Bühne noch mal und feierten den „Schlumpfozid im Stadtgebiet" und bezeichneten Marvin als „Arschloch". Es folgte Abschied Nummer 2. Doch auch der währte nicht lange und die Jungs kamen erneut und ließen die „Hose runter". Hannes meinte „Wir haben nicht mehr einen Song für Euch. Schade gell? Nein, wir haben noch zwei!" Den endgültigen Schluss markierte dann die bandeigene Hymne „J.B.O" Es war ein Fest, welches dem Jubiläum der Vieren mehr als gerecht wurde.
Fazit: Super organisiertes Jubiläum. Faire Preise bei Verpflegung, sogar campen konnte man auf der gegenüberliegenden Seite des Dechsendorfer Weihers. Insgesamt ein schönes Gelände. Die Bandauswahl hat sehr gut dazugepasst. Meine Herren Franken, wir würden sagen: Wir sehen uns bei den dreißig Ganzen! Danke J.B.O für den andauernden Spaß in dieser tristen Welt. df |