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Nachdem es im letzten Jahr positive Resonanzen zum als Geburtstagsfest für eines der grössten deutschen Heavy Metal Magazine Deutschlands gedachten Rock Hard Festival gab, wurde das Ding dieses Jahr glatt wiederholt. Lest Euch rein und begeistert Euch dafür. Der Bericht über das metallischste Pfingsten ever!
29.05.04
Anstelle der Jungs von DOOMSWORD, die einen verletzten Gitarristen zu beklagen haben, sind die Italiener von THUNDERSTORM noch zu haben gewesen. Die Jungs spielen, so sagt man Doom, wobei das was sie in Gelsenkirchen ablieferten, streckenweise beinahe zu schnell für Lava. Trotzdem kultig, vor allem Sänger und Gitarrist Fabio machte eine ziemlich geile Show. Sehr theatralisch. Wir bekamen noch ca. 4-5 Songs entgegengeballert, unter anderem „Leave me alone", dann war auch schon Schluss mit der ersten Band im Amphitheater.
Da kamen dann DEAD SOUL TRIBE, die als so etwas wie die Nachfolger von PSYCHOTIC WALTZ gelten. Der sehr progressive Sound wollte dem Autor nicht so recht ins Ohr gehen, so dass man diese Band ihr Set spielen lies. Abschliessend bleibt zu sagen: gut gemacht.
Dann kamen die dunklen Seelen das erste Mal auf ihre Kosten. Es baten zur schwarzen Messe: NAGLFAR. Die begann auch gleich mit „Black God Aftermath" und „Blade", welches Sänger Jens Rydén mit der typisch bekannten Handbewegung ankündigte, die für das Abtrennen eines Kopfes steht. Daumen entlang der Kehle. Es wurde sehr viel Nebel verwendet, um eine entsprechende Atmosphäre zu erzeugen. „As th twilight gave birth to the night" setzte das starke Set der Schweden fort. Schon hier muss man dem Mann am Mischpult in den Himmel loben. Er machte sein Arbeit mit Bravour. Jens nahm sehr oft seine typische Pose ein. Breitbeinig stand er auf den Brettern und pries den Deibel mit zwei emporgestreckten „Pommesgabeln". Eine sehr starke Show, bei der allerdings nicht sehr viel wert auf Bewegung gelegt wurde. „I am vengeance", „12th Rising", „Emerging from her weepings" sowie der vorletzte Brecher „The Brimstone Gate" liessen den Gig langsam dem Ende zu gehen. Allerdings wurde dem Satan dann noch ein letztes Mal Tribut gezollt, denn „Horncrowned Majesty" beschloss den Gig der sehr tighten und coolen Schweden.
Die Kings of Rock GLUECIFER zogen eine sehr geniale Show ab, der es an nichts fehlte. Rotzrocknummern erster Güte. Die Menge feierte die erste größere Party des Tages. Der schweisstreibende Auftritt verlangte der Audienz so einiges ab.
Im Anschluss daran enterten für die gecancelten MARDUK-Teufel die süddeutsche Thrash-Legende DESTRUCTION die Bühne. Es wurden auch hier keine Gefangenen gemacht. „The Ravenous Beast" frass gleich mal die Hälfte der Leute, bevor man Jesus erneut ans Kreuz nagelte. „Nailed to the cross". Schmier forderte den Zusammenhalt unter den metallischen Aussenseitern in dieser scheiss Gesellschaft. Die Nummer dazu nennt sich „United we stand". Mike und Schmier flitzen wie die Verrückten über die Bühne. Dann setzten die drei Titanen zur Thrash-Comeback-Hymne des Jahrzehnts an: „The Butcher strikes back". Es war wirklich eine geile „devastating thrash attack" was die Band da ablieferte. Nun kam das Erste, was negativ auffiel. Die Securitys, denen man die fehlende Erfahrung bei einem Metal-Fest anmerkte, packten die Diver im Fotograben sehr, sehr unsanft an. Jungs, das geht auch sanfter! Vielleicht auch an den Veranstalter: Das nächste mal kräftige Männer, die auch freundlich sind. Mit „Life without sense" kam ein Lied über das verfickte Leben, wie Schmier zu sagen pflegte. Als man Mike neben Schmier mal ein paar Sekunden in den Augen halten konnte, fiel einem dieser enorme Größenunterschied auf. Schmier ist ein Schrank, aber das braucht man niemandem zu erzählen. Dann erklärte der hühnenhafte Sänger seinen Hass auf die ganze MTV-Kacke und kommerzielle Scheisse und gab sich beruhigt, dass es noch viele andere gibt, die seiner Meinung sind. Die Musik dazu: „Desecrators of the New Age". Der nächste Song nannte sich „Metal Dick". Vom ersten Album „Serve of Death" kam dann die Nummer, welche DESTRUCTION berühmt machte. „Bekommt ihr einen Old-School-Moshpit auf die Reihe?" Schmier wandt sich fragend an die Menge. Sie bewiesen es ihm beim „Mad Butcher". „Macht's gut und wir sehen uns in Wacken", das waren die letzten Worte bei einem mächtigen Auftritt.
Bei KROKUS dann gönnten wir uns eine Runde Essen, bekamen dadurch nur den letzten Teil des Auftrittes der Schweizer Hard-Rock Veteranen zu sehen und hören. Doch was wir da hörten, haute uns schier aus den Latschen. So geilen Hardrock habe ich selten und das letzte Mal wohl bei AC/DC gehört. Kräftig, melodisch und doch rauh. Genial, und vor allem ein fulminanter Auftritt, bei dem es uns danach ärgerte, fort gewesen zu sein. Aber man lebt ja nicht von Luft alleine.
Zu EXODUS waren wir wieder voll da. Und die bretterten gleich los wie Hölle. Sänger Zetro rannte wie ein bessesener über die Bühne. Und die Band zockte ihr Set verdammt noch mal so was von heiß, so dass die Sonne nicht mehr allzuviel zu tun hatte. Thrash Metal is definitely back. EXODUS sind bereit, zu zerstören. Und das mit einem ausgeglichenen Set von neuen und alten Songs. „War is my sheperd" ertönte neben „And then there were none". Die Menge tobte, und spätestens als Steve dann zum Walzer aufforderte, war alles zu spät und auch der letzte Zweifler überzeugt. „Toxic Waltz" beendete diesen genialen Auftritt, das Comeback der San-Francisco-Jungs um Rick Hunolt, Gary Holt, Zetro und Co. hat sich gelohnt.
Hanseatenalarm im Ruhrpott: GAMMA RAY schickten sich an, ein Feuerwerk an amtlichen Melodic-Metal-Krachern abzubrennen. Während des spacigen Intros rannte die Band auf die Bühne und knallte sofort eine vor den Latz, mit „Gardens of the Sinner" erwischten Kai und Co. Einen genialen Einstieg. Sänger Kai machte seinem Ruf als Bühnenclown alle Ehre. Der geborene Kasper. Bei diesem Auftritt hatten sich die Hamburger und der eine Nürnberger (Dan Zimmermann, drums, Anm. d. A.) durch einen Mann an den Keyboards verstärkt, so dass dieser Part nicht mehr durch Henjo übernommen wurde, wie auf vergangenen Touren. Was mich persönlich sehr gefreut hat, ist das die Titel im Gegensatz zur Konserve sehr variiert haben. Schöner Nebeneffekt. Weiter mit „New World Order" und dem Überhit „Rebellion in Dreamland". Der nächste Kracher in Form von „Land of the Free" schloss sich an, genauso wie das Epos „Armageddon". Man merkte allerdings, das Kai viele Passagen, die normalerweise sehr hoch sind, auffallend tiefergelegt sang. Man wird älter... „Heavy Metal Universe" und „One with the world" schaukeln die Menge immer mehr in die Höhe. Bei „I want out", dem alten HELLOWEEN-Klassiker schlechthin, rasteten alle Fans völlig aus. „Somewehre out in Space" und ein „Das war's auch schon" von Kai markierten das Ende (?) des sehr geilen Gigs. Allerdings sollten sie wieder kommen. „Einen hamwer noch, Henjo" forderte Kai seinen Leadgitarristen auf, mit den Zugaben loszulegen. Das von Henjo verfasste „Send me a Sign" mit seiner sehr genialen Melodieführung, wie ich finde, beendete schlussendlich dann doch den Hanseatenreigen. Kai schmiss zum Schluss seine Gitarre sehr weit in den Gelsenkirchener Himmel, um sie dann wieder problemlos aufzufangen.
Dann wurde es mittelalterlich im Amphitheater. Das mag passen, denkt der ein oder andere. Es ist zwar etwas modern gebaut, das Theater aber trotzdem, es passt. IN EXTREMO versammelten sich zu einem Dudelsack-Intro, das mit den Worten endete: „Verehrte Damen, meine Herren, IN EXTREMO". Es wurde losgeknutsch, was das Zeug hielt. „Küss mich" war der erste Song und gleichzeitig der erste Bombenhit der Berliner an diesem Abend. Die Menge, aufgeheizt durch Hanseaten und Amis, ging sofort mit. Es wurde ein Galgen auf die Bühne verfrachtet, die in stimmungsvolles Rot getaucht war. Und Micha, der heute sehr eindeutig-zweideutig unterwegs war, modelte den Refrain kurzerhand in „Fick mich" um. Von den Besuchern mit einem frenetischen Johlen quittiert. Mit der Schalmei vollführte man dann eine Art Stockkampfschwung. Sänger Micha bedankt sich artig beim Rock Hard fürs Kommen dürfen. „Der Wind" setzte das Set fort. Die zweiten „Meerseburger Zaubersprüche" wussten die Menge zu begeistern und jede Kehle sang das mit, was man von den fremden Texten konnte. Man vertonte auf der letzten Scheibe auch einen Dichter, „Erdbeermund" war der nächste große Kracher im Set der Berliner. „Hr. Mannelig" und „Krummavisur" ertönten, bei letzterem holte der Sänger 2 Fans auf die Bühne. Auf die Namensfrage antworteten die Beiden: „Marco und Bianca".  Der Galgen wurde entzündet und man ballerte mit den ersten Pyros, als der Fronter die Leute auf den Rängen um aufstehen bittet. Tatsächlich gehorchten diese und standen beinahe zeitgleich auf. „Ave Maria" wurde zur regelrechten Andacht und ebenso zelebriert. Beim „Spielmannsfluch" rasteten die Fans ein weiteres Mal aus und drei Dudelsäcke marschieren am Drumkit vorbei. Beeindruckendes Bild. Es folgte ein Stück, das vom Schlachten der Tante handelt, nämlich der „Alptraum". Als der Traum geträumt, klatschten Dr. Pymonte und Micha ganz nach Football-Manier Bauch an Bauch. Und Micha, der Sänger war heute neben der Zweideutigkeit auch noch mächtig zu Scherzen aufgelegt, biss einen Techniker, der auf der Bühne was zu arbeiten hatte. Die Keys von Pymonte waren auf Federn gestellt und er wurde immer wieder in Nebel gehüllt. Dazu ertönte dann „Nymphenzeit". Nach selbiger schnappte sich der Doktor zwei brennende Stöcke und spielt damit auf einer Art Astgabel-Xylophon, während sich mit mehrmaligem, lautem Knall Funken auf der Bühne ergießen. Es kam die Hymne der Band schlechthin, der „Vollmond" schien in seiner schönsten Pracht. Das Drumkit brannte nun, ein schöner Effekt. Micha stand an der großen Trommel. Während „Madre Dios" stellte sich die Band vor, bzw. wurde vorgestellt. Der Gig wurde von erneuten Funkenpyros abgeschlossen. IN EXTREMO waren mittelalterlich gut!
30.05.04 Der zweite Tag begann mit DESASTER, die einem jedwede Müdigkeit mit ihrem Bastard aus Thrash und Black Metal aus den Knochen ballerten. Mit Nieten von oben bis unten war er behangen, der Fronter der deutschen Jungs. Gut gemacht!
INTO ETERNITY waren am Anfang, bis man sich an die Klangcollagen gewöhnt hatte, was ganz Fremdes. Übelster Death Metal schob sich zwischen Power Metal Klänge, die Gesänge wurde auch schon mal 3-stimmig vorgetragen. Die meisten Songs wurden durch den Gegensatz der Grunzer und des cleanen Gesangs belebt. Die Ansage „Before the next song, I want you to do the best death meal scream for me c'mon!" fiel und ein markerschütternder Schrei lies das Amphitheater beben. Beinahe alle hatten mitgemacht.
Jetzt wurde es dann dänisch, und wie! Todesmänner können lustig sein, sogar sehr. Weil die Intro-Musik vom Band versagte legten ILLDISPOSED einfach so los. Mit dem Kommentar: „Wir haben kein Intro, kein Geld und nur kleine Eier." Zum Schreien. „Wir sind die blöden Dänen, nein, wir sind die blöden, dummen Dänen" stellte Bo Summer, der Sänger, die Jungens vor. Auch der kleine Verlust ihres Roadies in Wien schmerzte wohl nicht allzusehr, wie man zu erzählen wusste. Ein an AT THE GATES angelehntes Stück leitete der Fronter wie folgt ein: „Wir sind Dänen, wir können aber auch Schweden spielen!" Die ganze Schar der Audienz grinst sich einen, zu cool sind die vier da oben auf der Stage. „Glaub es oder nicht, wir sind jetzt bei Roadrunner Records. Ich weis nicht warum", schmiss der agile Shouter in die Menge. Die richtig coolen Neo-Death Nummern wurden durch diese Ansagen mehr als aufgelockert. Die Typen bewegten sich wie irre auf der Bühne und spielten dennoch sehr präzise ihre Nackenbrecher an. Man hatte einen sehr adäquaten Ersatz für die Amis von MALEVOLENT CREATION gefunden. Der Booker der Jungs hatte es nicht auf die Reihe gebracht, noch drei, vier andere Shows um das Rock Hard Festival herum zu buchen. Quasi als kleine Tour, damit sich die Reisekosten der Band rechnen. Somit wurde die Reise wegen einem Konzert unrentabel und hätte einen zu großen Verlust für die Truppe bedeutet. Schade, aber ILLDISPOSED entschädigten voll, auch wenn eine südländische Fotografin, die mich draruf ansprach nicht dieser Meinung war. „Hat jemand unsere Platten ... nen? Ich weis nicht wie das in deutsch heist" gab Bo seine mangelnden Mehrzahlkenntnisse zu. „Ein Lied, ' We lie in the snow', es geht über Kokain" kündigte er den nächsten Song an und brüllte auch schon die Anfangszeile „There's something rotten in the state of denmark" in die begeisterte Runde. „Purity of Sadness" folgte, es war ein wirklich sehr unterhaltsamer Gig, die Gags taten ihr übriges dazu. Respekt. Major League Metal at it's best.
Die Legende sollte die Bühne betreten, seit 20 Jahren kräftiger Power Metal, sämtliche Krisen überstanden, weitergerockt. METAL CHURCH waren mit neuem Sänger Ronny Munroe und neuem Gitarristen Jay Reynolds am Start. Ebenso ein neues Album, „The Weight of the World" betitelt, im Schlepptau. „Gods of Rock" kam gleich saugut bei den Fans an. Und der Ausspruch des Ronny Munroe: „Metal Church are back with a vengeance, 20 years of Metal!" ar zwar etwas Klischeebehafted, aber: Den Fans wars wurscht. Sie feierten ihre Helden, als hättes nie Krisen gegeben. Kurdt Vanderhoof gab sich sehr lässig mit Jeans und Turnschuhen. Dann ein Fehler, der falsche Song vom neuen Album wurde angesagt. Man lies sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Man schritt musikalisch auf sehr hohem Niveau voran, auch der Sound lies nichts zu wünschen übrig. „Let's get back to the new releases" meinte Ronny und man tat dies mit dem „Madman's Overturn" und „The Dark" und schon wieder war ein sehr schöner Auftritt vorbei, von einer Band, die noch mächtig Hummeln im Arsch hat und wir auf weiteres gespannt sein können.
DARK TRANQUILLITY, die immer als Ausnahmeband bezeichnet werden, schmissen den hungrigen Menschen vor der Bühne erstmal „White Noise, Black Fire" vor die Füße. Während seiner Bühenshow tobte Mikael Stanne ziemlich wild über die Bühne und die melodischen Todeshymnen, unter anderem „Invite the Dark", brüllte er in sein Mikro. Dann nimmt er sich die Fans zur Hand, indem er auf die Wellenbrecher im Fotograben steigt und mit den Anhängern Shake Hands veranstaltet und sich feiern lässt. Nette Geste. „The single poetry of two" war noch ein Song, von dem Auftritt den wir uns nicht komplett bewusst angeschaut haben. Man widmet sich mitunter auch andere Themen als den Bands, die gerade ihre Show abziehen.
Es folgte ein Quasi-Heimspiel für die drei Ausnahmemusiker von RAGE. Und Mike stellte zu Anfang gleich die typische Frage: „ Guten Abend, are you ready to feel the Power of Rage?" Und man war bereit. Es folgte ein instrumentales Intro, welches Peavy mit dem beschwörenden Wort „Excellent!" abschloss. Der „War of Worlds" läutete das Set der Truppe ein. Was für eine Kraft. Weiter mit einem Power-Thrasher der alten Schule, „Black in Mind" hämmerte sich mächtig gut ins Publikum. „You're gping down" folgte. Viktor war heute mit einem Basecap bedeckt und spielte sein fulminantes, mittlerweile fest im Set eingeplantes Solo. „Viktor Smolski an der Gitarre", Peavey kam auf die Bühne zurück. „Soundchaser" krachte wieder mächtig, den hymnenhaften Refrain kannten mittlerweile auch die letzten Fans. Nach „Set this world on fire" hämmerte sich Mike wie ein Irrer mal wieder durch sein Schlagzeugsolo. Es wurde ein Hit gezückt, nachdem Mike sich verausgabt hatte. „Don't you fear the winter" kam super an. Auch „From the cradle to the grave" funktionierte wunderbar. Dann gab Peavey der Menge einen Handkuss bevor man sich verbeugte, um gleich noch den Überhit anzustimmen. Alle tausend Kehlen in diesem Theater mit seiner genialen Atmosphäre sangen „Higher than the sky". Ein Wahnsinn. Von oben beobachtet sah man nur noch Hände, ein regelrechtes Meer aus Armen.
Die Herren Tolkki und Kotipelto hatten sich seit längerem nicht mehr ganz so viel zu sagen, wie man der Presse entnehmen konnte. Umso mehr überraschte es, das man eine Show die professioneller nicht sein konnte, spielte. Nur zwischen eben benannten Personen in der Band STARTOVARIUS kriselt es noch gewaltig. Die beiden gönnten sich keinen Blick. Dennoch sah das T-Shirt von Tolkki, mit dem groß aufgedruckten „WE" wie ein Hilferuf aus. Er will die Band am Leben erhalten, so kommt es einem vor. Vielleicht auch ein Zeichen der Einigkeit? Mittlerweile weis man, dass er sich zusammengerauft hat und auf eine Antwort von Kotipelto wartet, mit dem er alles klären will.
Aber nun zur Show: Ein Intro erklingt, farblich untermalt mit Nebel in Blau. „I walk to my own song" schmetterte Timo K. Souverän in die Menge und auch die anderen Jungs waren spielerisch auf Zack. „Speed of Light" und dann kam von Herrn Kotipelto: „It's fucking great to be back in Deutschland". Man merkt, der Mann will mehr, und zwar live singen. „Father Time" bewies das auf Deutlichste. Dann kam „Eternity" und es wurde weiter gemacht mit „Forever Free", „Seasons of Faith" „Still Alive" und dann dem „Kiss of Judas", den alle begesiter mitgrölten. Herr Tolkki verbracht diesen Auftritt bewegungsunfreudig. Dann greift plötzlich Keyboarder Jens in die fünf Saiten von Jari. Dieser grinst und schlägt wenig später zurück, indem er Jensens Keyboard mitbespielt. Beide lachen sich nen Ast. Zumindest bei den beiden ist die Stimmung optimal. Der allseits bekannte Song „Hunting High and Low" kannte auch jeder im Theater und sang dementsprechend laut mit. Dann gingen die anderen von der Bühne und Tolkki schnappte sich eine Akustikgitarre. Da standen nun die beiden Streithähne gemeinsam auf der Bühne und liessen ein „Farewell" erklingen. War dies das Zeichen des endgültigen Abschieds? Oder darf man gerade auf Grund dieser Aufführung Zweifel am Split der Jungs hegen? Man kann nur hoffen. Eine solche Band gibts so schnell kein zweites Mal. Zum Schluss kam dann „Black Diamond", nachdem sich alle sehr schnell Backstage verzogen, Kotipelto allerdings als Letzter mit einigem Abstand. Man darf gespannt sein, was sich da noch entwickelt.
MACHINE HEAD kamen, legten los und zerlegten das Amphitheater mit ihrem Neo-Thrash-Gebolze. Bei „The blood, the sweat, the beer" flippten die Anhänger von Rob & Co. Zum ersten Mal richtig aus. Die Redaktion gönnte sich allerdings nach dem ersten Drittel die bitter nötige Nachtpause, bevor man am nächsten Tag nach Hause fuhr.
Fazit: Super organisiertes Fest. Saubere Klos, für die man nicht zahlen muss. Erheiternde Ansagen der Redakteure des ROCK HARD selber und für leibliches Wohl war zu mehr oder minder gerechten Preisen gesorgt. Lediglich der Campingplatz war extrem früh extrem voll, so das später Anreisende keinen wirklichen Rasenplatz mehr finden konnten. Die Security ging meines Erachtens nach im Bühnengraben sehr grob mit den Divern um. Und wirklich aus kannten die Jungs sich am Gelände auch nicht. Bsp.: „Wo ist denn bitte der Campingplatz? Keine Ahnung, schaut mal dahinten nach." Der Nächste tönte dann auf halbem Weg: „Hallo? Der Campingplatz is voll!" Aha, also Gepäck wieder ans Auto geschleppt und überlegt wo man nun zwei einigermassen gemütlich Nächte verbringen sollte, ohne dass man am nächsten Morgen bei jeder Bewegung die einzelnen Wirbel spürt. Es tat sich allerdings doch noch eine Möglichkeit auf, so dass alles in Ordnung ging. Und Götz verkündete zu unser aller Gefallen, dass dieses kleine Fest nun regelmäßig Pfingsten an gleicher Stelle die Feiertage rocken wird. Danke ROCK HARD für ein exzellentes Festival. Wir sehen uns im nächsten Jahr. df |