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Donnerstag, 21.08.03
Angefangen hat das Ganze für uns am Donnerstag gegen 15.35 Uhr mit EDENBRIDGE auf der Pain Stage. Die Österreicher um Lanwall (guit.) und Sabine (voc.) brachten Songs wie “Starlight”, “Dreams” und “Susperia”. Der Platz vor der Pain Stage war bei den bombastischen Songs noch relativ leer, allerdings konnte man schon gute Stimmung von den wenigen Leuten vor der Bühne vernehmen.. Dieser Gig war leider viel zu kurz.
Auf der Main Stage rumpelten für uns dann NAPALM DEATH los. Ihr Grindcore drohte, das komplette Gelände zu zerlegen. Die Briten hatten ihr Wetter mitgebracht. Denn gegen Ende des Sets fing es an zu tröpfeln, wurde dann stärker und Barney Greenway (voc., Anm. d. A.) kommentierte das ganze mit einem: “English Band, shit fucking english weather” bevor sie dann vollends fertig zerstörten. Gute Vorstellung der Engländer. Basslegende Shane Embury macht immer noch eine sehr gute Figur auf der Bühne.
Dann gingen wir später über zu SYMPHORCE auf der Pain Stage. Die Jungens aus dem Schwabenland hauten ihren echt knalligen Power Metal in die feiernde Menge. Langsam nahm die Besucherzahl auf dem Gelände zu. Das tat der Stimmung sehr gut. Und mit “Judged in Infected” und vielen mehr konnte Andy B. Franck (voc., Anm. d. A.) sowieso nichts falsch machen. Geiler Gig.
Direkt nach SYMPHORCE ging es mit RAGE auf der Main Stage weiter. Die drei erstklassigen Musiker gingen direkt mit “Don’t you fear the winter” in die Vollen. Es schloß “Paint the devil on the wall” vom “Welcome to the other side” – Album an. “Sent by the devil” läutete den Teil der älteren Songs ein, der von “You’re going down” fortgesetzt und “Set this world on fire” abgeschlossen wurde. Das neue Album “Soundchaser” kam zum Zuge, als man den “War of Worlds” einläutete. Bisher ein Wahnsinnset für alle Fans der Bands, aber auch die anderen konnte man überzeugen. Danach gings wieder älter und thrashiger weiter, und zwar mit “Black in Mind” vom gleichnamigen Album wurde noch von einem Gitarrensolo und dem Solo von Mike Terrana (drums) ausgeschmückt. Auch Bully’s Film “Der Schuh des Manitu” hält auf dem Summer Breeze 2003 Einzug, aber nur musikalisch. Denn RAGE steuerten “Straight to hell” dem Soundtrack zum Film bei. Live knallt der Song besonders gut. Der wie gewohnt gigantisch geniale Gig wurde von der Hymne abgeschlossen, die auf keine Rage – Konzert fehlen darf. “Higher than the Sky”. Peavey hatte spätestens dann die Menge vor der Main Stage im Griff. Sehr guter Auftritt.
Hiermit war unser erster Tag beendet.
Der neue Tag begann für uns mit den letzten Tönen von GRAVEWORM, da wir uns ein wenig zu spät aufgemacht hatten. Schade, denn daß was wir hören konnten, klang sehr geil. Man lies die Zeit bis AMON AMARTH mit der ein oder anderen Beschäftigung vergehen.
Dann war es soweit. Die Wikinger enterten die Main Stage. Die Hünen um Johann Hegg legten sofort los und begannen, mit ihren melodischen Todeshymnen Abtgsmünd zu beschallen. Es wurde klar: Die Wikinger sind im Krieg. Technisch sehr versiert gespielt, Hymnen wie “Death in Fire” “ Stabwounds in our backs” und der Kult-Song, um in eine Schlacht zu ziehen, oder jene glorreich zu beenden: “Victorious March”. Nach diesem erneut sehr genialen Auftritt auf dem Summer Breeze, zuvor wurde schon im letzten Jahr auch der letzte Kopf zerlegt, sollten NAGLFAR auf der Pain Stage Christen jagen. Ab und zu wünschte man sich doch bei den majestätischen Songs der Schweden-Krieger Nebel, dunkles Licht und eine mystische Abendstimmung. Mann kann allerdings nicht alles haben. So mußte man sich mit der Bombenhitze zufrieden geben, die der Kessel Abtsgmünd speichert.
Die Pain Stage wurde nun von den ebenfalls aus Schweden stammenden Schwarzheimern NAGLFAR heimgesucht. Jens Ryden vollzog die Show komplett vor dem Mikro, was man aber bereits kannte. Beine breit auf dem Boden stehend und sich wie ein Dämon an den Mikrofonständer geklemmt, die Haare wild im Gesicht und ab und an die doppelt gehörnte Faust gen Himmel gereckt, raunte er die schwarzmetallischen Hymnen in die begeisterte Menge. Dann kam für den Autor dieser Zeilen die coolste Ansage des gesamten Festivals: “Let’s do some Christ Hunting” Diese Band lebt ihre Attitüde ohne daß es peinlich wird. Das ist cool!
PRIMAL FEAR auf der Main Stage wurden dann weniger von der Redaktion beachtet. Was man mitbekam war, daß ein gewohnt solider Gig gezockt wurde. Bei “This is Armageddon”, “Angel in Black” und “Nuclear Fire” wohnte man dem Auftritt bei und konnte sagen, das die Jungs wirklich die Songs schreiben, die von JUDAS PRIEST bis heute erwartet werden. Und live gibt’s daran auch nichts zu mäkeln. Ralf (Scheepers, voc., Anm. d. A.) macht seinen Job wirklich sehr, sehr gut.
DIE APOKALYPTISCHEN REITER beackerten nun mit ihrer eigenwilligen Musik die Pain Stage. Eumel und co wußten allerdings zu gefallen. Songs waren unter anderem “Unter der Asche” und zum Abschluß die Kult-Hymne “Metal will never die”. Starke Sache Jungs, nächstes Jahr bitte Main Stage!
Freitag, 22.08.03
CHILDREN OF BODOM’s Flug wurde verpasst, so kamen sie mit dem nächsten Flieger. Kaum Zeit für einen Soundcheck und ein mächtig genervter Alexi Laiho. Dieser zeigte seinen Missmut mit ein wenig zu vielen Fucks Dieser Gig war nicht der Beste. Lags an dem missmutigen Alexi oder an was auch immer... “Silent Night, Bodom Night” und “Hate Crew Death Roll” waren in der Setlist vorhanden, die sich überwiegend mit der neuen Platte befasste.
Besser waren dann da schon IN EXTREMO, die trotz dezimierter Mannschaft das volle Programm auffuhren. “Meerseburger Zaubersprüche I+II” wurden ebenso gespielt wie “Erdbeermund”, “Herr Mannelig” und auch “Küß mich”. Getrommelt wurde auch mal mit brennenden Sticks, ein besonderer Augenschmaus. “Spielmannsfluch” gab der Menge erneut einen Stimmungsstoß. Die Party wurde von Micha professionell wie eh und je zelebriert. Die Menge hatte er voll in seiner Hand, sie hingen an seinen Lippen. Gigantisch. Ein sehr schöner Abschluß für uns.
Danach hatten’s FINNTROLL auch sehr schwer. Ihr Flieger kam noch später und sie standen anscheinend komplett ohne Instrumente da, die man sich dann nach langen Querelen von AMORPHIS leihen durfte. Diesen Gig haben wir uns allerdings nicht zur Gemüte geführt.
Samstag, 23.08.03
Da nach VINTERSORG am Vortag auch PRIMORDIAL am heutigen Tag abgesagt haben, kam es nicht zu dem mit Spannung erwarteten Auftritt der Iren.
GOD DETHRONED hämmerten sich wie gewohnt verdammt brutal und gut durch ihr Set. Henry Sattler brüllte sich die Seele aus dem Leib. Sehr cool.
Dann gings aber für uns erst mit WITHIN TEMPTATION aus Holland weiter. Die stehen dieses Jahr weit weg vom Newcomer-Status des letzten Jahres. Das merkte man, denn vor der Bühne war mächtig was los. “Deciever of Fools”, “Caged”, “Mother Earth” waren genauso in der Setlist enthalten wie “Enter”, “The Promise” und “Neverending Story”. Sharon (voc.) und ihre Mannen zelebrierten Bombast/Gothic-Metal in Reinkultur, man konnte bei den alten Songs noch die Beginne im Doom Metal wahrnehmen. Die Bühne machte mit Engeln, die am Schluss Feuer spucken sollten, auch was her. Der Blickfang für die Chefredakteurin waren zwei offensichtlich Homosexuelle Männer. Nicht, das sie was dagegen hätte. Aber diese Zwei fielen ihr durch sehr halsbrecherische, tanzende Schlangenbewegungen auf. Ebenso hatte sie sofort den Teddybär in der knallengen Lackhose des einen Kameraden ins Visier genom men. Man machte sich allerlei Gedanken um das Stoffviech, bis es vom Besitzer am Ende des Gigs der Sharon auf die Bühne entgegen geworfen wurde. Diese unfreiwillig komische Einlage munterte den Auftritt noch etwas mehr auf. Sehr schön.
Die Pain Stage groovte im melodischen Death/Black Metal Gewand, als HOLLENTHON diese erquickten. Das Set war sehr ausgewogen, aggressiv als auch sehr melodisch und ruhig zugleich. Der zeitgleiche Mastermind von PUNGENT STENCH, Martin Schirenc, hat mit seiner Zweitband einen krassen Gegenpol zu seiner kranken (im positiven Sinne) Hauptband geschaffen, sehr cool.
Der Spaß ging dann in Form von vier (stopp, fünf, Anm. d. A.) verrückten Mittelfranken weiter. J.B.O. betraten in rosa Armeeanzügen die Bühne. Fünf Musiker deshalb, weil Vito C. (guit., voc.) sich die Hand verletzt hatte und somit nicht spielen konnte. Die ewigen Nörgler, sprich die “überzeugten, bösen” Metallern buhten am Anfang, verzogen sich dann aber, da die fünf nicht nachgaben. Ihr Set war ausgewogen, von alt bis neu. Mit “Ein Fest” wurde das selbige eröffnet, “Kuschl-Mettl” setzte fort. Der Song für alle Schadenfrohe kam dann direkt mit “Ällabätsch”. Sex und seine Gefahren wurden auch behandelt: “Im Verkehr”. Die “Alde is im Plaboy drin” ging über in die Lobeshymne an die “Frauen”. “Ich will Lärm” forderten die Erlangener dann, um dieser Forderung dann gleich mit den “Roots, Bloody Roots” von Pabarotti & Friends nachzukommen. “Schlaf, Kindlein schlaf” war schon beinahe eine Aufforderung, als man die Drohungen von Hannes (guit, voc.) wahrnahm. “Arschloch und Spaß dabei”, das Motto der Band, kam danach zur Aussprache. Das heute “Ein guter Tag zum Sterben” ist, bemerkte man bei diesem Song. Zum Schluß riefen die Franken alle “Verteidiger des wahren Blödsinns” auf das Schlachtfeld und wurden gefeiert, als die Armee des Spaßes. Ein gigantisch lustiger Auftritt, bei dem J.B.O. alle Register des Spaßes zogen. Am Ende wurde auf das nächste Jahr stattfindende Festival zum 15-jährigen Bestehen hingewiesen. Es war klar, als Fan dabei sein zu müssen.
Nach diesem spaßigen Auftritt gings dann wieder tödlich weiter. Vermischt mit Rock’n’Roll, ballerten THE CROWN ihren Todesmörtel in die vollends ausflippende Menge. Dieser Auftritt wurde allerdings ausgelassen.
Danach schlossen IN FLAMES unser Summer Breeze diese Jahr ab. Die Schweden ballerten ihre modernen Death-Hymnen ins feiernde Publikum. Keine besonderen Ausfälle oder Höhepunkte. Allerdings konnte man, laut Augenzeugen, den glasklaren Sound (Lob an den Mischer) und die Pyros noch am oberen Campingplatz hören und sehen.
Die LETZTE INSTANZ ließ uns kalt und wir traten unseren benötigten Schlaf an.
Fazit: Diese Jahr zu viele Besucher für dieses Gelände. Nächstes Jahr wären weniger Karten mehr. Auch waren die oberen Campingplätze nicht wie versprochen, 500m vom Festivalgelände weg, sondern gute 30 Minuten zum Fuß. Die Klosituation lies mit fortgeschrittenem Festival zu wünschen übrig. Ansonsten sehr gut organisiert. Direkt am Eingang wurde man per Anschlag über das Absagen von PRIMORDIAL bzw. VINTERSORG informiert. Auch so war das komplette Ding echt sehr gut organisiert. Lob. Sehr nette Securitys. Im nächsten Jahr weniger Besucher und Campingplätze, die wirklich 500 m vom Gelände entfernt sind, und vielleicht öfter die Dixies leeren. Dann ist das ganze perfekt. rm
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