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Familienausflug aufs Metalfestival? - In Wacken kein Problem, zumindest dieses Jahr. Die Nachkommen eines Mitglieds von TWISTED TOWER DIRE wurden von ihrem Daddy vor die Wahl gestellt: Wacken oder Disney World. Und für was haben sich die beiden entschieden? Es wurde einhellig beschlossen, dass man unbedingt auf Wacken will. Das ist metallische Familienplanung in Vollendung!
Nun aber zum eigentlichen Geschehen auf dieser 14. Ausgabe des Kultfestivals:
Donnerstag, 31.07.03
CIRCLE II CIRCLE eröffneten am Donnerstag auf die Minute um 18.00 Uhr das Festival mit „Out of Reach“ und „The Circle“. Bei der Ballade „Forgiven“ stellte man allerdings schnell fest, dass der Sound des Bassisten vollkommen übersteuerte. Bei CIRCLE II CIRCLE spielen zwar klasse Musiker, die ihr Handwerk verstehen, jedoch wurde so abgemischt, dass während den Songs der Einklang des Soundbildes mächtig zu leiden hatte. Anscheinend bemerkte der Mensch am Pult die Fehler, jedoch war keine nennenswerte Besserung zu verzeichnen. Schade. Die Mannen um Zak Stevens ließen sich dadurch nicht die Laune verderben und gaben mit „Watching in Silence“ und „Into the Wind“ zwei weitere Perlen ihres Erstlingswerkes „Watching in Silence“ zum Besten. Als man nun „Edge of Thorns“ erklingen ließ, wusste man, dass Zak Stevens schon in der Band um Keyboard-Schwergewicht John Oliva, SAVATAGE, in Lohn und Brot stand. Die Jungs beendeten ihren Gig mit „Sea of White“, welches demnächst als Single erscheinen soll und einer Coverversion.
Nach ANNIHILATOR enterten VICTORY die True Metal Stage. Die Jungens spielten traditionellen 80er - Metal mit mitreißenden Refrains. Der Gesang wurde 2-stimmig vorgetragen. Nach der Ankündigung „Ready to Rock’nRoll“ folgte ein nicht sehr erfrischendes Drum-Solo.
Dann kam die Überrschung des Festivals. The British Legend himself, Biff Byford und seine Mannen von SAXON, stürmten die Bühne für die „Princess of the Night“ und ein paar weitere Takte.
RUNNING WILD, 20 Jahre Rock’n’Rolf. Die Party war richtig groß. Und die ging dementsprechend auch bis in die Nacht mit Songs wie „Riding the Storm“.
Freitag, 01.08.03
Der Freitag begann, zumindest auf der Wet-Stage, mit VICTIMS OF MADNESS. Die Band lernten sich über das Forum kennen. Nach einmaliger Probe feuerten sie Covergranaten wie „Highway to Hell“ von Australiens Hard-Rock Legende AC/DC, „Enter Sandman“ aus der guten Ära von METALLICA, „Breaking the Law“ von den Priestern Judas und von ACCEPT „I’m a Rebel“ in die tobende Menge. Die Party war in vollem Gange.
Gleich weiter geht’s zur Party Stage. Die wurde von SEVENTH ONE beackert. „Sacrified“ und „Time of the Crimson Sky“ sind nur zwei Titel des Sets.
Als wir uns dann nach einer längeren Pause wieder der Musik zuwandten, beehrten uns auch schon FREEDOM CALL u.a. „Tears of Taragon“ und „Warriors of Light“.
Danach legten SENTENCED eine Lehrstunde in Melancholie an den Tag. „Breef is the light“, „Farewell“ und „Skin won’t shine“, um einige dunkle Hymnen zu nennen.
Die 80er Jahre Revival Show des Jahres erlebte dann die Fangemeinde bei den Helden TWISTED SISTER. Die Jungs wirkten 20 Jahre jünger, so agil performten sie ihre Show. Der Höhepunkt der Party, die annähernd 2 Stunden dauerte, war mit Sicherheit „We’re not gonna take it“ und „I want to rock“. Allerdings wurden noch einiges mehr an Klassikern rausgefeuert, bis dann auch der schönste Gig leider mal zu Ende gehen muss. Let the 80ties rule!
Abgeschlossen wurde der Freitag von LORDI (Party-Stage) und SUBWAY TO SALLY (Black-Metal-Stage - [??? - Anm. d. A.]). Entschieden haben wir uns dann für die finnischen Monster LORDI entschieden, die mit ihrem groovigen Rock dann vollends das letzte von den Fans forderten. Auf der Bühne war ständig Bewegung. Ob nun Lordi seinen Drummer als sein Haustier über die Bühne zieht, oder als überdimensionaler Flügler auf der Bühne steht: Bei den Jungs und dem Mädel ist Spass Garantie. „Would you love a monsterman“ und „Devil is a loser“ zählten defintiv zu den Höhepunkten dieses Monster-Auftrittes. Als dann schlussendlich hier alles vorbei war, konnte man den Räuber-Gesang der SUBWAY-Fans herüberschallen hören, was diese auch bis in die Nacht fortsetzten.
Samstag, 02.08.03
METALIUM spielten dann gegen 14.00 Uhr am Samstag auf der True-Metal-Stage. Sie brachten u.a. ein noch nicht einmal aufgenommenes Stück, welches sich „Pain cross in the nights“ nennt. Dazu gesellte sich „In the name of Blood“, allerdings mit einem verwaschenen Sound.
Roland Grapow formierte nach seinem Rauswurf bei HELLOWEEN bekanntlich MASTERPLAN. Die zockten ihr Set dann ebenfalls auf der True-Metal-Stage. Enthalten waren folgende Songs: „Enlightning me“, „Crystal Light“ und „Kind hearted light“. Dieser Gig hat trotz des etwas vom Wind verblasenen Sounds das Gelände gerockt. GEIL!
RAGE bilden seit der Findung von Mike Terrana und Viktor Smolski eine eiserne und verdammt gut eingespielte Einheit um Chef Peavy Wagner. Das bewiesen sie mal wieder mit „Set this world on Fire“ und „Black in Mind“, bevor es dann mit dem Soundtrack zum Schuh des Manitu weiterging. „Straight to hell“ Der Name ist Songprogramm. „War of worlds“ vom neuen Soundchaser-Album traf ebenso ins Schwarze wie dann „From the Cradle to the Grave“. Gigantisch wieder der Höhepunkt einer jeden RAGE-Show „Higher than the sky“, die Hymne der Band schlechthin. Zwischen den Songs wurde dann wieder mit den obligatorischen Solos von Viktor und Mike geglänzt. Fazit: Geil wie immer!
Die Multi-Kulti-Truppe um den finnischen Schrank Timo Tolkki, STRATOVARIUS, glänzten nach RAGE dann mit Songs wie „Kiss of Judas“, der Hymne „Hunting High and Low“. Weiter dann mit „Soul of a vagabond“ und „Twilight Symphony“, übergangslos zu „Forever Free“. Das Finale belegten dann „Wishes“ und Paradise“.
Die Enttäuschung der diesjährigen Festivalsaison folgte mit der Band SLAYER. Es begann schon alles damit, dass die Jungs am Nachmittag eine Autogrammstunde hätten geben sollen, 45 Minuten Kontakt mit den Fans, die auch schon in einer riesigen Schlange am Meet and Greet anstanden. Die feinen Herren von SLAYER ließen erst mal den kompletten Zugang hinter den Kulissen zu besagtem Meet and Greet sperren. Ein extra Bus für die lauffaule Band musste dann auch noch aufgefahren werden. Doch nicht genug: Die ließen ihre Fans gute 45 Minuten auf diese Autogrammstunden warten, erschienen dann kurz und waren eben so schnell auch schon wieder verschwunden - so lange dauerte auch die Sperrung der Backstagewege, was alle ziemlich aus dem Plan brachte. Das dies auch den geduldigtste Fan zur Weißglut bringt, ist denke ich verständlich. Doch als die Jungs dann endlich auf der Bühne standen und mit einer Arroganz die ersten Takte anstimmten, da reichte es wirklich auch dem Letzten der verbliebenen Fans. Spaß am Spielen oder großartiges Interesse an den Fans war überhaupt nicht zu erkennen, zudem war das, was aus den Boxen dröhnte wirklich grottenschlecht, vermutlich aufgrund der Unlust der Band. Deswegen konnte man eine wahre Völkerwanderung weg von der Bühne zu diversen Food- und Nonfood-Ständen oder gar bis auf den Campingplatz beobachten. Ich selbst habe selten einen derart schlechten Gig erlebt. Einfach traurig, wenn man sieht, dass einige Bands meinen, sie könnten ohne die Fans auskommen und scheinbar total vergessen haben, dass es gerade die Fans waren, die ihnen zu solch einem Status verholfen haben. Dann lieber gleich sein lassen!
Deshalb, lieber Herr Tom Araya, Kerry King und Co., das nächste Mal nicht vergessen: Ohne Fans keine Auftritte. Bis zum nächsten (hoffentlich besseren) Mal!
Beendet wurde der Party-Stage-Tag dann von Sonata Arctica. Die feuerten Speed-Metal-Granaten in die Menge, daß es eine wahre Pracht war. Songs waren u.a. „Victorias Secret“, „Fullmoon“ und „The Cage“
Abgeschlossen wurde das Festival an sich von unserem lieben Onkel und Saufkumpanen TOM ANGELRIPPER. Dieser brachte seine Interpretationen bekannter Kneipenlieder an den Mann, was sehr, sehr lange andauerte ... ! rm
Fazit:
Das größte Problem aus den Vorjahren scheint 2003 weitest gehend beseitigt zu sein: Die Fans wurden in diesem Jahr per LED-Laufschriften, Monitoren, Videoleinwand und SMS-Service über wichtige Dinge wie Änderungen in der Running Order etc. Informiert.
Auch die Soundüberschneidungen waren meist minimal. Leider überschneiden sich oftmals immer noch viele guten Bands, was sich schätzungsweise aber auch in Zukunft aufgrund der Größe des Festivals schlecht ändern lassen wird.
Auch die sanitären Anlagen auf dem Gelände waren in diesem Jahr in Ordnung. Klar, zu Hause ist es besser, aber ein Festival ist keine Suite.
Alles in allem ist zu sagen, dass sich die Veranstalter große Mühe gegeben haben, die in den letzten Jahren stark kritisierten Punkte zu änderen und die Probleme auch fast vollständig in den Griff bekommen haben. Weiter so! Wir freuen uns schon auf 2004...
Outtakes 2003:
- ein tolles Outfit: Der Aluritter. Nur leider nicht sehr windbeständig.
- das ist doch mal ne tolle Idee: Das wissen auch alle total Besoffenen, wo sie sich gerade befinden.
- auf diesem Klo hält man es auch länger aus: Eine schöne Idee von Oidium-Comics.
- auch große, böse Metaller brauchen was zum Kuscheln.
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