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INCANTATION eröffneten diesen Abend der harten Kunst mit ihrem Geschoss aus Black und Death-Metal. Zu dritt krachte die Truppe aus den USA los. High Speed paarte sich mit Teilen der mittleren Geschwindigkeit in den Songs, was eine angenehme Abwechslung ergab. Der Sänger konnte sich nicht recht zwischen zwei Dingen entscheiden, nämlich den Fuss auf der Monitor Box zu lassen und an der Gitarre abzurocken, oder breitbeinig vor dem Drumkit zu bangen. Zwischen beiden Positionen wurde mehrere Male gewechselt. Im Set gabs kleinere technische Probleme und man stockte in der Ansage, was aber nicht weiter störte. Der Sound war auch diesmal ganz passabel. Für den Verfasser war diese Band nun kein Überflieger, machte ihr Handwerk aber ganz ordentlich.
Es sollte böse werden in Heidenheim. Die Nordmänner von Ragnarok bemächtigten sich des Publikums. Komplett mit Corpsepaint überzogen legten sie auch direkt nach dem, wie bei dieser Art von Musik üblichen, unheilschwangerem Intro los. Hammer! Energie ohne Ende, trotz der kleinen Bühne hatte Sänger Hoest ne Menge Unruhe. „We are RAGNAROK from Norway" meinte er. „The Beast of Madness" wurde auf die Meute losgelassen, die nahm’s gierig auf. Der Sound war so gemischt, wie es sich für eine Band diesen Kalibers gehört. Räudig, böse, roh. Eben altehrwürdig. Bei Hoest konnte man nach genauerem Betrachten die Narben an der Seite seines Oberkörpers sehen, was aber ja in der Szene keine Neuheit mehr darstellt, da viele Sänger des Genres sich entweder währen der Show ritzen (Maniac, Ex-MAYHEM, Morgan, MARDUK 'früher') oder eben ihr Leben mit diesem Ritual durchziehen. Kehren wir aber zu den Akteuren zurück. „Prost Deutschland" meinte der Spargel am Mikro und hält sein Bier in die Luft. Der nächste Song vom 95er Album „Nattferd" widmete die Band all den Supportern, die von Anfang an auf der Seite der Band standen. Hoest segnet die Masse im K2, indem er mit der flachen Hand ein umgekehrtes Kreuz in der Luft symbolisierte. Es lebe das Klischee! Ein wunderbarer Auftritt von wunderbar bösen Buben.
Entgegen aller Ankündigungen spielten nun KRISIUN als Co-Headliner. Dies war sowohl auf den Plakaten als auch auf der Eintrittskarte anders ausgezeichnet. Aber macht ja nichts. Das sie KRISIUN sind musste man nun wirklich keinem Metaller, der die extreme Spielart seines Genres liebt, mehr erzählen. Sie taten es trotzdem. Exakte Technik in Hochgeschwindigkeitsvollendung, wie immer eben. Diese Band ist durch die Bank weg saugeil, verdammt brutal und präzise wie ein Hochgeschwindigkeitsprojektil. Die Brasilianer zockten ihre Death-Brecher mit einer Sorgfalt, dass es schier ein Wahnsinn war. Die Ankündigung des letzten Songs ward auch schon gekommen, die man mit Dankesworten verband, ähnlich wie ein paar Wochen zuvor KATAKLYSM: „Thank you for coming out tonight and supporting fucking metal. Without your support, we're fucking nothing". Die Brasilianer sind immer noch eine der fanfreundlichsten Truppe in der Szene. Genialer Todesstoff wurde wieder mal exzellent gespielt. Sauber!
BEHEMOTH waren nun an der Reihe, die Todesjünger aus Polen, dem Land von VADER. Und die spielten zu Recht als letzte Band auf dem Billing. Auch hier saß die Hochgeschwindigkeitstechnik trotz intensivstem Moshen. Bei den Polen tritt auch das Corpse Painting immer mehr in den Hintergrund. Man hatte sich dezent das Gesicht bepinselt, so dass es aussah, als seinen ihnen die Münder zugenäht worden. Sie spielten eine ausgewogene Mischung aus alten Krachern und neuen Hymnen. Die melodisch gehaltenen Songs kamen sehr gut an bei den Freunden des Death Metals. ”Christians to the Lions”, einer der Kultsongs, wurde angespielt. Die Background Vocals waren nicht sonderlich gut hörbar, dies tat aber dem Gig keinen Abbruch. Das K2 war zudem nicht besonders gut gefüllt, schade eigentlich, die fehlenden Gäste liessen sich einen sehr geilen Abend entgehen. Die eingefleischten aber gingen aber trotzdem ab wie Luzi. Die anderen, nicht so bewegungsfreudigen Jünger stachelte Nergal mit einem zynischen: “Move your lazy heads!” an. „We're getting closer to the end of this night" meinte Nergal. Und ein cooler Abend neigte sich langsam dem Ende zu. Nachdem die Jungs ihr Set durch hatten, verhallte der Ruf nach Zugaben leider ungehört an der Wand des K2. Schade. Dennoch, BEHEMOTH waren dem Status des Headliners würdig und lieferten eine absolut saubere Show. Und der Schreiber trat nun dem etwas langen Heimweg an, um am nächsten Morgen wieder zu arbeiten. d f
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